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Sowjetischer Pavillon

Peter Zirkel und Pfau Architekten
Projektdaten
 
Architekt:    Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten und Pfau Architekten
Fotos:    Till Schuster, Peter Zirkel
Lage:   Straße des 18. Oktober 47, Leipzig
Bauherr:    LEVG mbh & Co. KG
Fertigstellung:    2019
Das Gebäude für das neue Stadtarchiv, die ehemalige Halle 12 auf dem alten Leipziger Messegelände, wurde 1923/1924 als Messehalle errichtet (Architekten: Oskar Pusch und Carl Krämer). Teilweise im Krieg zerstört, diente es nach mehreren grundlegenden baulichen Veränderungen zu DDR-Zeiten als Ausstellungspavillon der Sowjetunion und stand ab 1989 leer. Es besteht aus einem zweigeschossigen Eingangsgebäude, dem sogenannten Portikus und einer direkt daran anschließenden dreischiffigen Halle mit ca. 13.500 qm Grundfläche. Die Wahrnehmung des Gebäudes wird durch die, baulich mehrfach veränderten, Kolonnaden an der Hauptfassade des Portikus und den 60 Meter hohen Turmaufbau mit Sowjetstern bestimmt.

Die gesamte Halle 12 wurde 1993 in die Denkmalliste des Freistaates Sachsen aufgenommen und somit als schützenswertes Objekt ausgewiesen. Zur Unterbringung des Raumprogrammes stand das zweigeschossige Eingangsgebäude (Portikus) und der direkt anschließende Teil der Ausstellungshalle für die Planung zur Verfügung. Die verbleibende Resthalle blieb unberücksichtigt und wird vorerst weiter als Lagerhalle genutzt.

Nach vorgeschaltetem VOF Verhandlungsverfahren mit integriertem Lösungsansatz erhielt die Arbeitsgemeinschaft aus den Architekturbüros von Eberhard Pfau und Peter Zirkel im Januar 2015 den Zuschlag zur Errichtung des neuen Stadtarchives. Die Überlagerung unterschiedlicher konstruktiver, klimatischer und organisatorischer Bedingungen an die Magazine, an die Verwaltung und an die öffentlichen Räume des Programmes mit den denkmalpflegerischen Vorgaben führt zu einer Aufteilung der Maßnahme in einen Sanierungs- und einen Neubauteil. Diese Aufteilung ermöglichte es, den Neubau wirtschaftlich optimiert zu planen und den Bestand weitestgehend von konstruktiven Zwängen freizuhalten.

So sind im Neubaukörper die Magazin und Werkstatträume mit hohen Nutzlasten und einer geringeren Geschosshöhe angeordnet. Im Portikus hingegen finden die öffentlichen Nutzungen und die Verwaltung Platz und profitieren von den größeren Geschosshöhen des repräsentativen Bestandsbaukörpers.Die verschiedenen Geschosshöhen führen zu einer Split-Level-Erschließung am Übergang der beiden Gebäudeteile. An dieser Schnittstelle sind die beiden neuen Treppenhäuser mit Aufzügen angeordnet; hier setzen auch die Flure beiderseits an. Somit sind die Wegeverbindungen direkt und einfach möglich – beide Gebäudeteile ergänzen sich zu einer Einheit.


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