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Stadthaus in der Braubachstrasse

Eckert Negwer Suselbeek Architekten
Projektdaten
 
Architekt:    Eckert Negwer Suselbeek Architekten BDA
Fotos:    Maximilian Meisse, Stefan Müller
Lage:   Braubachstrasse 27, Frankfurt
Bauherr:    Domrömer GmbH
Auf dem Foto von 1912, das in der Zeitung „Kleine Presse“ mit der Bildüberschrift: „Aus dem neuen und dem guten alten Frankfurt“ erschienen ist, sieht man den Vorgängerbau der heutigen Braubachstrasse 27. Mit dem neuen ist der Vorgängerbau gemeint, das gute Alte bezieht sich auf die mittelalterliche, dahinterliegende Stadtstruktur, die in dem Bereich der Braubachstrasse rund 1905 abgerissen wurde um „den wachsenden Strom des Verkehrs vom Hauptbahnhof zum Ostbahnhof und Osthafen aufzunehmen“. Der Charakter der ehemaligen Häuser um den Hühnermarkt wird durch die Fachwerkhäuser mit ihren giebelständigen, auskragenden, schmalen Häusern gebildet. Einige Häuser an der Straße aus dieser Zeit und auf der gegenüberliegenden Straßenseite bleiben erhalten. Sie zeigen einen großzügigen fast monumentalen Charakter. An dieses Bild möchte das Architekturbüro Eckert Negwer Suselbeek anknüpfen.

Die Fassadenteilung mittels Risalit und Gesimsbändern an der Braubachstrasse, der Erker an der Neugasse, das Mansarddach mit Laterne und der feste Rhythmus der Fassade durch dreigekoppelte Fenster sind Beispiele dieser Bezugnahme. Die Hausmitte wird durch den Wechsel der Achsbreiten und die Erhöhung der Achsen auf eine ungerade Zahl in der Fassade zur Braubachstrasse definiert, durch das große Mansarddach noch verstärkt und durch die Laterne regelrecht gekrönt. Der rote Sandstein als vorgeblendete zweite Außenwand unterstreicht den monumentalen Charakter der Fassade, die grundsätzlich einer vertikalen Gliederung folgt. Die besondere Lage, als Eckgrundstück an der Kreuzung Braubachstrasse und Neugasse und die Kompaktheit der Parzelle im Verhältnis zu den Nachbarbauten führten dazu, die in den Grundzügen vorgegebene vertikale Ausrichtung, durch die Fassadengestaltung noch zu steigern und die neo-barocke Grundhaltung des Gebäudes zu betonen.

Die gesamte Natursteinfassade ist, mit Ausnahme der Basis aus Basaltlava, in einem roten Sandstein ausgeführt. Das Ziel bei der Planung und Ausführung der Fassade war, einen möglichst geschlossenen, massiven Eindruck zu erzielen. Durch das Variieren der Stärken und Lagen der Platten wird ein Schattenwurf erzeugt, der die vertikale Wirkung des Baukörpers betont. Im Bereich des Sockelgeschosses ist die Fassade aus Sandstein als selbsttragende, vorgesetzte Schale ausgebildet, die auf Konsolen vor der gedämmten Stahlbetonfassade gemauert wurde.

Ab dem ersten Obergeschoß wurde die Natursteinfassade als vorgehängte Fassade ausgeführt und an dem tragenden Beton mittels Ankerdorne befestigt. Um die tektonische Gliederung der Fassade in tragenden Pfeiler und lastenden Balken herauszuarbeiten wurden die Platten in einigen Bereichen überlappend angebracht.
Als Teil der Ostfassade im Erdgeschoss wurde die Rokoko-Fassade von 1760 auf Grundlage historischer Aufmaßpläne und Archivfotos rekonstruiert, um das Bild des „Jungen Esslingers“, den Nachbarbau in der Neugasse, zu vervollständigen.
Die Gestaltung der Fassade zum Lämmchenhof orientiert sich an historischen Hofsituationen in Frankfurt, die durch die Summe funktionaler und baulicher Notwendigkeiten, ein pittoreskes Bild ergibt.

„Gefordert ist eine Architektur des Weiterbauens, die von konkreten historischen Vorgängerbauten spricht..... Es geht um eine konkrete Architektur, die auf der Ebene des Hauses bis ins gebaute Detail hinein eine Auseinandersetzung mit Ort und Geschichte führt.“ — Allgemeiner Ausschreibungstext Wettbewerb DomRömer —


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